27. Juli 2007
Wo steht die Region, in welche Richtung soll es weitergehen? Wenn die Planungsspezialisten beim Regionalverband Heilbronn-Franken den künftigen Landschaftsrahmenplan erstellen, nehmen sie zunächst einmal den Ist-Zustand auf. Hilfsgrößen dafür sind etwa die so genannten Umweltindikatoren. Sie zeigen beispielsweise, wie stark die Gewässer belastet sind oder wie hoch Kohlendioxid (CO2) und Stickoxide (NOx) in der Luft konzentriert sind. Sie sollen helfen, die regionalen Umweltverhältnisse schnell zu erfassen und den Planern aufzeigen, inwieweit gesetzte Umweltziele bereits erreicht sind. Diese Indikatoren zeigen günstige, aber auch problematische Entwicklungen auf. Problematische Entwicklungen werden dann vertieft analysiert, um daraus schließlich konkrete Ziele für die gesamte Planung zu formulieren.
Die für den Landschaftsrahmenplan vom Regionalverband entwickelten Umweltindikatoren spiegeln die heutige Umweltsituation. Sie werden im Landschaftsrahmenplan aber auch weiter fortgeschrieben.
„Sieht man sich die Indikatoren einmal genauer an, dann bestätigen sie im Wesentlichen die Erfolge, Bemühungen aber auch Problemlagen hinsichtlich des Zustandes von Natur und Landschaft in der Region,“ weiß Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein. Er kennt auch die Erfolge. Die verzeichnet er insbesondere bei den Oberflächengewässern, also bei den Flüssen, Bächen und Seen. Bei ihnen hat der Anteil an belasteten Gewässerabschnitten seit 1998 um rund 60 Prozent abgenommen. Gerade noch 4,3 Prozent gelten als Problembereiche. Der Anteil der Waldflächen liegt in der Region bei 28,5 Prozent. Hier ist in der Vergangenheit ein geringfügiger Zuwachs zu verzeichnen. „Das dürfte mit dem Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen zusammenhängen. Was nicht mehr für Ackerbau und Viehzucht genutzt wird, wird eben aufgeforstet,“ erklärt der Verbandsdirektor das Phänomen. Beim klimarelevanten Gas CO2 besteht noch weiterer Handlungsbedarf. Obwohl der Spritverbrauch der Kraftfahrzeuge zwischen 1990 und 2004 von der Herstellerseite gesenkt wurde, seien die Emissionen sogar geringfügig angestiegen. „Immer stärkere Motoren und dadurch ermöglichte höhere Geschwindigkeiten haben den sparsameren Verbrauch offensichtlich wieder wettgemacht,“ vermutet Ekkehard Hein.
Der Schutz des Grundwassers in der Region bleibt auch künftig eine wichtige Aufgabe, wie ein deutlich gestiegener Anteil von Fernwasser bei der regionalen Wasserversorgung zeigt. Der liegt mittlerweile bei über 50 Prozent. Immer wichtiger wird zudem der Hochwasserschutz. Prognostizierte, durch die Klimaveränderungen bedingte Starkregenereignisse werden zu einer Erhöhung der Abflussmengen führen. Deshalb gilt es, die Wasserausgleichsfunktionen des Bodens insbesondere in den Auen zu erhalten beziehungsweise weiter zu entwickeln. Beim technischen Hochwasserschutz müssen heute bei Regenrückhaltebecken höhere Dämme einkalkuliert werden.
Entwicklung wichtiger Umweltgrößen in der Region Heilbronn-Franken
Art des Indikators;
Erhebungszeitpunkt/ Erhebungsspanne |
Aktuelle Ausprägung (Niveau) |
Entwicklung (Zeitpunkt
1 = 100 %) |
Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in %;
2005/1996-2005 |
12,8%1) |
108 % 2) |
Anteil der Landwirtschaftsfläche in %;
2005/1996-2005 |
56,8% |
98% |
Anteil der Waldfläche in %; 2005/1996-2005 |
28,5% |
101% |
Anteil der Fernwasserversorgung (öff. Wasservers.) 2004/ 1998-2004 |
52% |
134% |
Wasserverbrauch der privaten Haushalte in l/EW/d; 2004/1998-2004 |
115 l |
95% |
Durchschnittliche Nitratkonzentrationen in den Kreisen;2004/ 2002-2004 |
25,2-35,6 mg/l |
86-100% |
Anteil der belasteten Messstellen (nach LAWA); 2004/ 1998-2004 |
4,3% |
39% |
Prognostizierte Klimaänderungsfaktoren des Hochwasserabflusses (HQ 100) 2000-2050 |
100% |
115% |
CO2-Emissionsdichte in 1000 t/ km²
2004/1990-2004 |
2,0 |
103 % |
NOx-Emissionsdichte in t/ km²;
2004/ 1990-2004 |
4,1 |
72 % |
Änderungen der Jahresdurchschnittstemperaturen in Grad 1931-2000 |
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0,9- 1,2° |
Flächenanteil der Naturschutzgebiete in %;
2006/1998-2006 |
0,7% |
134% |
durchschnittliche Größe unzerschnittener Räume; 2004; 1998-2004 |
10,3 km² |
95% |
Übernachtungsdichte in Übernachtungen/km²
2005; 1995-2005 |
560 |
95% |
1) 2005 waren 12,8% der Bodenfläche der Region Heilbronn-Franken als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt
2) 2005 ist die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 8% gegenüber 1996 angewachsen.
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