Pressemitteilung

Regionale Sicherung ökologisch wertvoller Gebiete

 
     
 

6. November 2006

Der neue Regionalplan schützt wertvolle Lebensräume und den Boden

 
 

Geschützte Biotope, Naturschutzgebiete, NATURA 2000-Gebiete ... , die lange Liste der per Gesetz oder Verordnung geschützten Landschafts-bestandteile darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erhaltung der biologischen Vielfalt eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben ist, die nicht nur die Schutzge-biete sondern die gesamten Nutzflächen betrifft und die für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Kulturlandschaft von entscheidender Bedeutung ist.

„Wir stellen in unserer Region sogar einen besonderen Schutzbedarf solcher Flächen fest, weil wir gegenüber dem landesweiten Durch-schnitt über wenig großflächige Biotope verfügen“, so Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein. Dabei seien gerade größere zusammenhängende Biotope für die biologische Vielfalt in der Region ausgesprochen wichtig. Und diese seien durch die Intensivierung der Landnutzung für anderweitige Zwecke zusätzlich gefährdet. Deshalb wurden im neuen Regionalplan neben den nachrichtlich übernommenen großflächigen Schutzgebieten nach dem Naturschutzgesetz und dem Landeswald-gesetz ergänzend kleinteilig weitere Vorranggebiete für Naturschutz und Landschaftspflege festgelegt, die die landschaftstypischen Lebens-räume repräsentieren und die in besonderem Maße als Teil eines Verbundes zu verstehen sind. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um extensive Landnutzungsformen auf schwierig zu bewirt-schaftenden Standorten. Die Festlegung umfasst dabei beispielsweise Teile der Grünlandaue an der Jagst südlich von Crailsheim, wertvolle Talräume von Sall, Brettach und Ohrn im Hohenlohekreis oder wertvolle Magerrasen beispielsweise randlich des Umpfertales im Tauberland. In solchen Gebieten sind künftig nur noch Nutzungen erlaubt, so weit sie z.B. Erholungszwecken dienen, dabei aber naturverträglich sind oder die standortgerechte Land- und Forstwirtschaft.
Auch die Böden sind für die Region von zentraler Bedeutung. Deshalb ist ihnen im Regionalplan 2020 ein eigenes Kapitel gewidmet. Weil sie als Standort für wichtige Kulturpflanzen ebenso wie für die natürliche Vegetation dienen, weil sie beispielsweise für den Wasserhaushalt in der Region von höchster Bedeutung sind und nicht zuletzt sind sie als Urkunde für die Landschaftsgeschichte von unschätzbarem Wert. Sie sind deshalb zu schonen. Und wenn eine Nutzung unvermeidlich ist, sollen die Böden wenigstens nur im unbedingt erforderlichen Umfang genutzt werden. Ja, es heißt dort sogar im Sinne der allgemeinen Bo-denschutzklausel "die Inanspruchnahme der Böden durch Siedlungen, Verkehr, Rohstoffgewinnung und Infrastrukturmaßnahmen ist zu minimieren“. Wird ein Stück Boden neu überbaut, so soll an anderer Stelle zum Ausgleich die Leistungsfähigkeit des Bodens verbessert werden. „Damit will der neue Regionalplan dazu beitragen, dass künftig verstärkt Umnutzung im Bestand, z.B. Konversionsflächen, neuen Nutzungen zugeführt werden, bevor neue Böden in Anspruch genommen werden müssen“, resümiert Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein.

 

 
     
 

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