Pressemitteilung                                                       Februar 2007

Familienfreundliches Modellprojekt gab Anstöße für die gesamte Region

 


Eva Schulte zieht Bilanz der Modellprojekte „Kinderfreundliche Region Heilbronn-Franken“.

Drei Jahre lang hat die diplomierte Stadt- und Regionalplanerin Eva Schulte beim Regionalverband Heilbronn-Franken das Modellvorhaben Kinderfreundliche Region betreut. Ende vergangenen Jahres hat sie ihre Arbeit beim Regionalverband abgeschlossen und zieht jetzt Bilanz.
Der Name des Projekts klingt zunächst sehr amtlich, doch geht es um nichts anderes als um elementare Weichenstellungen für die Zukunft der Region. Denn wer heute jungen Paaren nicht das Leben mit Kindern erleichtert und für die Kinder attraktive Perspektiven bietet, kann morgen sehen, wo er beispielsweise gut ausgebildete Fachkräfte her bekommt. Ja, er sieht sich plötzlich mitten in einem Wettbewerb mit anderen Regionen um diese Fachkräfte, die die Unternehmen dann dort für teures Geld abwerben oder gar die Region wechseln müssen.
Ziel des Modellprojekts war das Testen von Strategien zum Umgang mit dem demografischen Wandel, wobei Eva Schulte noch die regionale Infrastruktur zu berücksichtigen hatte. „Viel geholfen hat mir bei diesem Projekt die Tatsache, dass beim Regionalverband Heilbronn-Franken seit Jahren auch eine kleinräumige Bevölkerungsstatistik geführt wurde, die auch Bevölkerungsprognosen für Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern zulässt.“ Die Arbeitsschwerpunkte lagen „klar in der Kinderbetreuung,“ so Schulte ohne zu zögern.
Das Modellprojekt umfasste drei Gemeinden: Bad Mergentheim, Untergruppenbach und Wüstenrot. Als weitere Partner waren die beiden Wirtschaftskammern der Region Heilbronn-Franken, die Akademie für Information und Management (AIM) sowie der Regionalverband Heilbronn-Franken dabei. Und was für die gesamte Region gilt, galt auch für die drei Modellgemeinden: rein rechnerisch gesehen existiert für jedes Kind ab drei Jahren ein Kindergartenplatz. Aber bereits für Kinder unter drei Jahren finden sich viel zu wenig Plätze. Auch die Ganztagesplätze in Schulen und Kindergärten reichen in der Region bei weitem noch nicht aus.
Wichtig für Eva Schulte: „in allen drei Gemeinden wollten Stadtverwaltung und Bürger etwas bewegen. Das Klima für Neuerungen war somit günstig.“
In Untergruppenbach hat man zunächst in einem Modellkindergarten neue pädagogische Ansätze eingeführt. In deren Mittelpunkt stand beispielsweise die Einzelförderung, wo bis dato die Gruppenarbeit vorherrschte. Seit September 2006 existiert ein Betreuungsangebot für Kinder ab einem Alter von acht Wochen, das zeitlich ganz auf den Bedarf der Eltern abgestimmt ist.
Die Gemeinde Wüstenrot bietet seit 2005 in einem Kindergarten Ganztagesbetreuung an. Und weil die Nachfrage entsprechend groß ist, wird ein zweiter Kindergarten demnächst ein ähnliches Angebot bereithalten.
In Bad Mergentheim soll das Angebot an Ganztagesbetreuung und an Plätzen für Kinder unter drei Jahren erweitert werden. Des Weiteren soll ein gesamtes Neubaugebiet mit kinder- und familienfreundlichen Angeboten entstehen. Diese Idee wurde mittlerweile auch von Untergruppenbach aufgegriffen. Dort entsteht derzeit ebenfalls ein solches Neubaugebiet. Ebenfalls aus Bad Mergentheim stammt die Idee des Familienwegweisers. Dabei handelt es sich um eine Broschüre, in der alle familienfreundlichen Angebote der Gemeinde übersichtlich zusammengefasst sind.
Überregional hat ein Projekt, der Handwerkskammer Heilbronn-Franken für Aufsehen gesorgt. Dabei haben junge Mütter die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit entweder zu beginnen oder fortzusetzen und so Berufsausbildung und Kindererziehung besser miteinander zu vereinbaren.
Auch für Frauen, die für ihre Familie länger aus dem Erwerbsleben heraus waren, gibt es inzwischen, angeboten von der AIM, laufend Kurse, die ihnen den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern sollen.
Eva Schulte hat in den drei Projektjahren, deren letztes übrigens von der Region Heilbronn-Franken finanziert wurde, ein dichtes Netzwerk in der Region und sogar darüber hinaus gespannt. Die Projekte sind auf dem Weg und werden weitergeführt und dienen bereits jetzt schon für viele Gemeinden in der Region als Vorbild. Die schon bisher sehr vielfältigen Aktivitäten auf der kommunalen Ebene haben zu sehr individuellen Konzepten und Projekten geführt, sodass in den kommenden Jahren weitere familienfreundliche Projekte in der Region auf den Weg gebracht werden dürften. Dessen ist sich der Direktor des Regionalverbandes Heilbronn-Franken, Dr. Ekkehard Hein, sicher.

     

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