August 2008
Die Verkehrsmengen auf den Straßen in der Region Heilbronn-Franken haben im Zeitraum 1995 bis 2005 weiter zugenommen. Wachstumsträger sind die Autobahnen, auf denen das Verkehrsaufkommen in zehn Jahren um knapp 12% zugenommen hat.
Das ist das wesentliche Ergebnis einer Untersuchung für die Region Heilbronn-Franken, die der Regionalverband Heilbronn-Franken jetzt anhand bundesweiter einheitlicher Straßenverkehrszählungen erarbeitet hat. Mit insgesamt ca. 4000 km überörtlicher Straßen, davon knapp 190 km Bundesautobahnen, ist die Region Heilbronn-Franken landesweit am besten ausgestattet. In der Studie werden die Ergebnisse weit differenzierter dargestellt. Eine Verkehrsmengenkarte für das Straßennetz der Region zeigt, wo das Verkehrsaufkommen hoch oder niedrig ist. Die Studie von Christof Krämer erscheint demnächst in der Reihe „Informationen der Region Heilbronn-Franken“.
Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen auf den innerregionalen Abschnitten der Autobahnen A 6, A 81 und A 3 liegt bei knapp 56.000 Kfz pro Tag. Sie sind damit erheblich stärker belastet als die bundesdeutschen Autobahnen mit durchschnittlich 47.600 Kfz. Noch deutlicher wird die Verkehrsbelastung, wenn man sich die Entwicklung beim Güterverkehr ansieht. Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein: „In zehn Jahren hat der Güterverkehr auf den regionalen Autobahnabschnitten um über 43% zugenommen. Das ist eine gewaltige Zunahme und Belastung zugleich.“ Das durchschnittliche tägliche Güterverkehrsaufkommen auf den Autobahnen der Region beträgt ca. 13.300 Fahrzeuge, was etwa einem Viertel des Gesamtverkehrs entspricht.
Die Studie des Regionalverbands weist für die letzten zehn Jahre zahlreiche weitere statistische Angaben und Daten aus. So hat das Verkehrsaufkommen beispielsweise auf der A 6 um knapp 11% zugenommen, der Güterverkehr jedoch um fast 48%. Das führte dazu, dass an einigen Zählstellen trotz Rückgang des Pkw-Verkehrs allein der Zuwachs des Güterverkehrs zu einer höheren Verkehrsbelastung geführt hat. Insgesamt kann für die A 6 festgestellt werden, dass sich westlich des Weinsberger Kreuzes die Verkehrsentwicklung auf hohem Niveau etwas beruhigt hat, während sie östlich des Kreuzes weiter angestiegen ist. Dr. Hein: „Die Zahlen bestätigen uns erneut eindrucksvoll die Notwendigkeit, die A 6 durchgängig sechsspurig auszubauen, wie dies bereits u.a. im neuen Regionalplan Heilbronn-Franken 2020 verankert ist.“ Dies gilt insbesondere auch angesichts aktueller Prognosen, die weiter steigende Güterverkehrstransporte erwarten lassen.
Auch Bundes- und Landesstraßen in der Region wurden unter die Lupe genommen. Diese nehmen wichtige Erschließungs- und Verbindungsfunktionen innerhalb der Region wahr. Das höchste Verkehrsaufkommen weist hier erwartungsgemäß die B 27 mit durchschnittlich knapp 27.000 Kfz pro Tag aus. An zweiter Stelle folgt die B 39 mit knapp 12.000 Kfz. Bei den Bundesstraßen in der Region wurde insgesamt ein leichter Rückgang gegenüber 1995 festgestellt. Dies gilt insbesondere für den Großraum Heilbronn, während in der übrigen Region das Verkehrsaufkommen noch zugenommen hat. Hervorragend ausgebauter Öffentlicher Personennahverkehr und die Stadtbahn Heilbronn einerseits sowie wirtschaftlich prosperierender Ländlicher Raum mit seinen Zentren andererseits können Gründe für diese Entwicklung sein. Dennoch bleibt das Verkehrsaufkommen im Verdichtungsraum Heilbronn knapp dreimal so hoch wie im Ländlichen Raum.
Vielfach, stellte Krämer fest, hat das stärkste Verkehrswachstums bereits zwischen 1995 und 2000 stattgefunden, also in einer wirtschaftlich prosperierenden Phase. Die folgenden wirtschaftlich schwierigen Jahre in Deutschland wirkten sich entsprechend dämpfend aus. Heute ist tendenziell wieder von einem steigenden Verkehrsaufkommen auszugehen, das allerdings aufgrund der gestiegenen Transport- und Mobilitätskosten mäßiger ausfallen könnte. Das zeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung und Verkehrsaufkommen noch immer in engem Zusammenhang miteinander stehen.
Die Studie macht auch deutlich, dass Verkehr durch die Mobilität von uns allen tagtäglich erzeugt wird. Ein Blick auf die Kraftfahrzeugzulassungen zeigt, dass zwischen 1995 und 2005 in der Region Heilbronn-Franken mehr als 100.000 Kraftfahrzeuge zusätzlich zugelassen wurden. Der Kraftfahrzeugbestand ist im letzten Jahrzehnt nochmals um ein Fünftel gewachsen. Der Lkw-Bestand hat sich im selben Zeitraum sogar um 25% erhöht. Lkw haben insgesamt einen Anteil von knapp vier Prozent. In der Region sind fast 680.000 Kraftfahrzeuge zugelassen.
Gemeinsames Anliegen der Region muss es sein, Engpässe bedarfsgerecht zu beseitigen, Qualität und Ausbauzustand des Straßennetzes zu verbessern und Belastungen zu minimieren. Für Verbandsdirektor Dr. Hein steht fest, dass auch alternative Transportwege und -mittel konkurrenzfähig gemacht oder gehalten werden müssen. Er denkt dabei an den Ausbau der Neckarschleusen und das neue Containerterminal, an Bahn- und Stadtbahnstrecken oder auch Omnibuslinien. |