Sparsame Inanspruchnahme von Grund und Boden

 

13. August 2008

Ackerflächen erhalten - Flächen recyceln

Der Regionalverband Heilbronn-Franken setzt sich für eine möglichst maßvolle Inanspruchnahme von Freiräumen für den Bau von Verkehrswegen oder von Wohn- bzw. Gewerbegebieten ein. "Wir erfüllen damit die Vorgaben des Landesentwicklungsplanes“, betont Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein. Dieser Plan beinhaltet die Zielsetzungen, dass die Flächeninanspruchnahme gering zu halten sei, dass wertvolle Böden zu schonen seien und eine Zerschneidung der großen, zusammenhängenden Freiflächen möglichst vermieden werden sollten. Mit der Erhaltung wichtiger ökologischer Ressourcen und Funktionen im Freiraum kommt die Landesregierung auch den Interessen der Landwirte entgegen.
Zwar rieben sich noch vor wenigen Jahren viele Landwirte die Hände, wenn ihre Ackerflächen qua Bebauungsplan zu Bauplätzen wurden. Das versprach gute Verkaufserlöse und galt angesichts eines Weizenpreises, der noch 2004 mit acht bis zehn Euro für 100 Kilogramm unterhalb der Gestehungskosten lag, als eine durchaus lukrative Perspektive. Doch davon wollen zumindest die hauptberuflichen Landwirte seit einiger Zeit nicht mehr viel wissen. Denn für ihre Betriebe gibt es zu "Wachsen oder Weichen” keine Alternative. Und für das Wachstum ihrer Betriebe benötigen sie in der Regel immer mehr Ackerland. Felder jedoch, die mit Straßen, Wohnhäusern oder Gewerbegebäuden überbaut sind, sind für eine landwirtschaftliche Produktion auf lange Zeit verloren.
Hinzu kommt, dass die Weltmarktpreise für beinahe alle landwirtschaftlichen Produkte derzeit ansteigen. Hierfür sind neben einem wachsenden Bedarf aufgrund einer zunehmenden Weltbevölkerung und in Teilen veränderten Ernährungsgewohnheiten auch Engpässe in der Verfügbarkeit aufgrund klimatischer Einflüsse und der konkurrierenden Erzeugung von Energiepflanzen sowie steigende Energiekosten maßgebend, die auch in Marktspekulationen ihren Ausdruck finden. Der Bedarf an Lebensmitteln wächst sowohl in Schwellenländern wie beispielsweise Indien oder China. Aber auch Staaten wie Russland beziehen ihre Nahrungsmittel mehr und mehr auf dem Weltmarkt weil die eigene landwirtschaftliche Produktion nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Gleichzeitig sind möglicherweise die Folgen des Klimawandels zu spüren. Immer öfter fallen die Ernten in ganzen Landstrichen entweder auf Grund von Dürren oder aber durch schwere Unwetter aus. Weltweit gehen der Landwirtschaft damit allein durch den Klimawandel in großen Rahmen wertvolle Anbauflächen verloren.
In der Region Heilbronn-Franken werden die klimatischen Folgen im Hinblick auf die Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit von Anbauflächen eher vergleichsweise gering ausfallen. Dieser Umstand aber macht das vorhandene Ackerland in der Region zusätzlich schützens- und erhaltenswert. Hinzu kommt der Umstand, dass 41 Prozent der Flächen in der Region zu den besonders leistungsfähigen landwirtschaftlichen Produktionsstandorten mit guten Böden zählen und 42 Prozent immer noch eine gute Leistungsfähigkeit aufweisen. "So gesehen ist es durchaus vorausschauend, wenn wir heute darauf achten, dass wir wertvolle Bodenressourcen schonen und, wo immer es geht, lieber bereits in Anspruch genommene, aber nicht mehr genutzte Flächen heranziehen, um sie wieder neu durch Industrie-, Gewerbe- unter Wohnbebauung zu nutzen," betont der Verbandsdirektor.

     

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