Auch in den kommenden Jahren wird die Bevölkerung
in der Region Heilbronn-Franken anwachsen, wie Verbandsdirektor
Dr. Ekkehard Hein vom Regionalverband jetzt mitteilte. „Allerdings,“ so
Hein weiter, „lagen wir zu Beginn des Jahrzehnts mit
unserer Prognose von einer jährlichen Nettozuwanderung von
3850 Menschen noch im realistischen Bereich, so haben sich seit
2003 die Wanderungsbilanzen etwa halbiert.“ Und selbst
die Halbierung dieser Zahl erscheine aus heutiger Sicht möglicherweise
noch optimistisch.
In den letzten Jahren des vergangenen Jahrtausends bis zum Jahr
2001 hat die Region sogar überproportional stark von den
damaligen Wanderungsbewegungen insbesondere aus Osteuropa profitiert.
In jedem dieser Jahre verzeichnete man deutlich überproportionale
Zuwanderungen. Erst ab dem Jahr 2003 kehrte sich dieser Trend
um. Seither liegt die Zuwanderungsrate in die Region sehr stark
abgeschwächt.
Der Regionalplaner sieht zudem einen direkten Zusammenhang zwischen
Zuwanderung und der wirtschaftlichen Situation bzw. dem Arbeitsplatzangebot
einer Region. Das Wanderungsgeschehen, die Migration, und die
Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes korrelieren hoch. Die
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist
seit dem Jahr 1997 bis 2001 ebenso stetig gewachsen wie die Zahl
der Zuwanderer. Standen in der Region 1997 noch 290.000 Menschen
in Lohn und Brot, so ist ihre Zahl bis 2001 um knapp 20.000 gestiegen,
um seither wieder zu sinken. So waren es im Jahr 2005 noch etwa
302.000, die einer regelmäßigen und bezahlten Beschäftigung
nachgingen. Parallel dazu hat sich seither auch das Ausmaß der
Zuwanderung nach unten entwickelt. Vor zwei Jahren waren es im
Saldo noch etwa 1000 Menschen, die sich neu in der Region niederließen.
Die Geburtenrate in der Region stagniert seit beinahe 30 Jahren
konstant auf relativ niedrigem Niveau. Die Frauen gebären
im Durchschnitt zwischen 1,3 und 1,5 Kindern. Das ist etwa 30
Prozent zu wenig, um die Bevölkerungszahl auf längere
Sicht wenigstens konstant zu halten. Entsprechend stark wird
die Einwohnerzahl deshalb vom Wanderungssaldo bestimmt und in
den nächsten Jahren kann man vorläufig zwar noch mit
einer leichten Zunahme der Bevölkerung rechnen, aber dennoch
dürfte die Zahl der Einwohner in einzelnen Kommunen stagnieren
oder sogar leicht abnehmen.
Andererseits lassen sich aus den bisherigen Wanderungssalden
keine klaren kleinräumigen Trends ablesen.
Inwieweit sich Zuwanderer in der Region niederlassen, hänge
von zu vielen äußeren Faktoren ab, weiß Dr.
Ekkehard Hein. Da sei zum Beispiel das Migrationspotenzial in
den Herkunftsländern. Es wird gespeist von der dortigen
politischen, wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung.
Aber auch hier zu Lande wird Zuwanderungspolitik gemacht, die
die Tore ins Land entweder stärker öffnet oder schließt.
Besonders wichtig ist auch hier in der Region der Grad der wirtschaftlichen
und sozialen Attraktivität, der Zuwanderer entweder anlockt
oder fernhält. Wie das statistische Landesamt glaubt man
auch beim Regionalverband in den nächsten Jahren an weitere
Zuwanderungen, allerdings auf einem weitaus niedrigeren Niveau
als im vergangenen Jahrzehnt. Andererseits nährt die jüngste
konjunkturelle Belebung des Arbeitsmarktes im letzten Jahr die
Hoffnung auf eine wieder günstigere Entwicklung.
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