Pressemitteilung

Die Bevölkerung in der Region wächst weiter- allerdings auf weit niedrigerem Niveau

 
     
 
März 2007
 
 

Auch in den kommenden Jahren wird die Bevölkerung in der Region Heilbronn-Franken anwachsen, wie Verbandsdirektor Dr. Ekkehard Hein vom Regionalverband jetzt mitteilte. „Allerdings,“ so Hein weiter, „lagen wir zu Beginn des Jahrzehnts mit unserer Prognose von einer jährlichen Nettozuwanderung von 3850 Menschen noch im realistischen Bereich, so haben sich seit 2003 die Wanderungsbilanzen etwa halbiert.“ Und selbst die Halbierung dieser Zahl erscheine aus heutiger Sicht möglicherweise noch optimistisch.

In den letzten Jahren des vergangenen Jahrtausends bis zum Jahr 2001 hat die Region sogar überproportional stark von den damaligen Wanderungsbewegungen insbesondere aus Osteuropa profitiert. In jedem dieser Jahre verzeichnete man deutlich überproportionale Zuwanderungen. Erst ab dem Jahr 2003 kehrte sich dieser Trend um. Seither liegt die Zuwanderungsrate in die Region sehr stark abgeschwächt.
Der Regionalplaner sieht zudem einen direkten Zusammenhang zwischen Zuwanderung und der wirtschaftlichen Situation bzw. dem Arbeitsplatzangebot einer Region. Das Wanderungsgeschehen, die Migration, und die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes korrelieren hoch. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit dem Jahr 1997 bis 2001 ebenso stetig gewachsen wie die Zahl der Zuwanderer. Standen in der Region 1997 noch 290.000 Menschen in Lohn und Brot, so ist ihre Zahl bis 2001 um knapp 20.000 gestiegen, um seither wieder zu sinken. So waren es im Jahr 2005 noch etwa 302.000, die einer regelmäßigen und bezahlten Beschäftigung nachgingen. Parallel dazu hat sich seither auch das Ausmaß der Zuwanderung nach unten entwickelt. Vor zwei Jahren waren es im Saldo noch etwa 1000 Menschen, die sich neu in der Region niederließen.
Die Geburtenrate in der Region stagniert seit beinahe 30 Jahren konstant auf relativ niedrigem Niveau. Die Frauen gebären im Durchschnitt zwischen 1,3 und 1,5 Kindern. Das ist etwa 30 Prozent zu wenig, um die Bevölkerungszahl auf längere Sicht wenigstens konstant zu halten. Entsprechend stark wird die Einwohnerzahl deshalb vom Wanderungssaldo bestimmt und in den nächsten Jahren kann man vorläufig zwar noch mit einer leichten Zunahme der Bevölkerung rechnen, aber dennoch dürfte die Zahl der Einwohner in einzelnen Kommunen stagnieren oder sogar leicht abnehmen.
Andererseits lassen sich aus den bisherigen Wanderungssalden keine klaren kleinräumigen Trends ablesen.

Inwieweit sich Zuwanderer in der Region niederlassen, hänge von zu vielen äußeren Faktoren ab, weiß Dr. Ekkehard Hein. Da sei zum Beispiel das Migrationspotenzial in den Herkunftsländern. Es wird gespeist von der dortigen politischen, wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung. Aber auch hier zu Lande wird Zuwanderungspolitik gemacht, die die Tore ins Land entweder stärker öffnet oder schließt. Besonders wichtig ist auch hier in der Region der Grad der wirtschaftlichen und sozialen Attraktivität, der Zuwanderer entweder anlockt oder fernhält. Wie das statistische Landesamt glaubt man auch beim Regionalverband in den nächsten Jahren an weitere Zuwanderungen, allerdings auf einem weitaus niedrigeren Niveau als im vergangenen Jahrzehnt. Andererseits nährt die jüngste konjunkturelle Belebung des Arbeitsmarktes im letzten Jahr die Hoffnung auf eine wieder günstigere Entwicklung.

 
     
 

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